TV Ebern – HSG Fichtelgebirge 2 38:22 (20:12)

​Am Samstagabend empfing der weiterhin ungeschlagene Tabellenführer aus der Wildschweinstadt die Vertretung der HSG Fichtelgebirge. Die Vorzeichen in der heimischen Halle waren bereits vor dem Anpfiff eindeutig: Während die Gäste mit einem stark dezimierten Kader und lediglich zwei etatmäßigen Rückraumspielern anreisten, konnte Ebern aus einem tiefen und vor Selbstvertrauen strotzenden Kader schöpfen. Trainer Raphael Hippeli steckte daher schon vor dem Anwurf klare interne Ziele ab. Es ging an diesem Abend nicht nur um die bloßen Punkte, sondern darum, die Entwicklung der Mannschaft voranzutreiben. „Jeder sollte genügend Spielzeit erhalten“, so die Marschroute des Trainers, der den Fokus insbesondere auf eine stabile Abwehrarbeit und das schnelle Umschaltspiel in die zweite Welle legte, um für die kommenden schweren Aufgaben in der Liga gewappnet zu sein.
​In der ersten Halbzeit zeigten sich die Eberner im Angriff gewohnt spielfreudig und treffsicher. Allerdings offenbarte die Hintermannschaft nach dem ersten Blockwechsel ungewohnte Lücken. Da der Mittelblock in dieser Konstellation noch nicht eingespielt war, fehlte es phasenweise an der letzten Feinabstimmung. Dies nutzte die HSG Fichtelgebirge geschickt aus und kam vor allem über ihre linke Angriffsseite immer wieder zu vermeintlich leichten Toren. Dennoch geriet die Führung zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Ein Sonderlob verdiente sich in dieser Phase der junge Paul Holst. Auch wenn er selbst nur einmal erfolgreich abschloss, bestach er durch eine vorbildliche Einstellung. Mit enormer Motivation biss er sich in der Abwehr fest, steigerte sich von Minute zu Minute und gab seinen Mitspielern die nötige Sicherheit. Mit einem bereits vorentscheidenden 20:12 verabschiedeten sich die Teams in die Kabinen.
​In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild zunächst kaum. Die Gäste versuchten das Tempo zu verschleppen und spielten ihre Angriffe extrem lange aus, was die Konzentration der Eberner Abwehr immer wieder auf die Probe stellte. Da Keeper Luca Ospel nicht seinen glücklichsten Tag erwischte, reagierte Hippeli in der 45. Minute und brachte Altmeister Franz „The Killer“ Weis zwischen die Pfosten. Ein Wechsel mit Signalwirkung: Weis rechtfertigte seinen Spitznamen sofort, zog den Gästen mit spektakulären Paraden den Zahn und vernagelte das Tor vor allem von den Außenpositionen förmlich.
​Beflügelt durch diesen Rückhalt drehten die Wildschweine in der Offensive noch einmal auf. Joseph Weiß agierte dabei als sicherster Schütze und steuerte insgesamt elf Treffer zum Heimsieg bei. Flankiert wurde er von Moritz Nembach (7 Tore), Eric Holst (5 Tore) und Kevin Aumüller (3 Tore), die ihre individuelle Klasse immer wieder aufblitzen ließen. Am Ende stand ein auch in der Höhe verdienter 38:22-Erfolg zu Buche. Den Abend ließen beide Mannschaften sportlich fair ausklingen, indem man gemeinsam das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen verfolgte.
​Trotz der Dominanz bleibt der Blick geschärft: Am nächsten Wochenende wartet die Auswärtshürde beim HC 03 Bamberg 2. Dort gilt es, von der ersten Minute an wacher und konzentrierter zu agieren, um die altbewährte Leistung über die volle Distanz abzurufen und weiterhin souverän vom ersten Tabellenplatz zu grüßen.
​Für Ebern spielten: Weiß 11, Nembach 7, E. Holst 5, Aumüller 3, E. Geuß 2, J. Senff 2, L. Geuß 2, Klehr 1, P. Holst 1, W. Geuß, Müller, Poli, N.Senff; Ospel, Weis