TV Ebern – TSV 1861 Hof 27:25 (11:13)

Und jährlich grüßt das Murmeltier: Am Samstag stand in der Eberner Dreifachturnhalle, wie schon im letzten Frühjahr eine Liga niedriger, das absolute Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten aus Hof an. Beide Mannschaften waren als Aufsteiger bisher nahezu unaufhaltsam durch die Liga maschiert. Ein Faktor dabei spielten auch die wenigen Verletzungen. Einzig Jungspund Mattern mit einem Bänderriss und Abwehrchef Görtler mit einem Muskelfaserriss in der Schulter fielen länger aus und so war auch am Samstag der Kader wieder breit besetzt. Zudem konnte Trainer Raphael Hippeli durch eine dauerhaft gute Trainingsbeteiligung an vielen Stellschrauben drehen. So kam es, dass die Eberner bislang nur einmal verloren, Hof musste hingegen zwei Niederlagen verkraften. Das Hinspiel endete leistungsgerecht unentschieden. Es war also alles angerichtet für einen Aufstiegskracher auf Augenhöhe vom Feinsten. Die Ausgangslage war ähnlich zu der im letzten Jahr im letzten Saisonspiel in Hof. Ein Sieg von Ebern würde die Meisterschaft bedeuten, eine Niederlage würde Hof den direkten Vergleich und somit die Pole Position für die verbleibenden zwei Saisonspiele bringen. Die Spannung war auch deshalb schon vor dem Spiel zum Greifen nah. Die Minis-Mannschaft der Eberner Handballer liefen mit den Männern ein und setzte damit schon vor dem Spiel ein Highlight. In etwa 420 Zuschauer verwandelten die Halle in ein lange nicht gesehenes Tollhaus – darunter ungefähr 80 aus Hof mit dem Bus angereiste Fans sowie die drei Eberner Bürgermeisterkandidaten. Alle Altersklassen von Jung nach Alt waren hierbei vertreten und hofften auf einen hochklassigen Krimi und dieser sollte es ab Sekunde eins werden. Senff, der wie gewohnt mit Nembach den Mittelblock bildete, gelang es in der ersten Aktion des Spiels gleich den Hofer Toptorschützen Fischer zu blocken und Weiß konnte im Gegenzug die erste Führung der Partie für die Mannen von Coach Hippeli erzielen. In der Folge gelang es Ebern größtenteils eine solide Abwehr zu stellen. Die Offensive jedoch hakte stellenweise, denn die Jungs aus der Wildschweinstadt wirkten etwas unispiriert und leisteten sich zu viele einfach Fehler. Ebern kam vor allem durch Weiß auf Halblinks zu Torerfolgen, auch dadurch begünstigt, dass sich der gegnerische Kreisspieler Riedel vom Schiedsrichter Götz schnell zwei Zeitstrafen einfing. Ebenjener Götz leitete die eigentlich so hitzige Partie sehr stark und behielt zu jeder Zeit eine ruhige Hand. Er behielt seine Linie dauerhaft bei und ließ zwar viel laufen, aber bestrafte Fouls konsequent, und das den vielen Kommentaren der Auswärtsfans zum Trotz. Auf Hofer Seite trugen in Halbzeit eins vor allem die Halbspieler Braun, der das Spiel steuerte, und Fischer, dem häufig der Durchbruch auf der rechten Eberner Abwehrseite gelang, zum 11:11-Spielstand in der 24 Minute bei. Zu dem Zeitpunkt nahm Hof seine Auszeit und konnte im Anschluss daran zweimal durch Fischer erfolgreich punkten, während Ebern in den letzten sieben Minuten der ersten Halbzeit kein Treffer mehr gelang. So ging es mit einen 11:13-Rückstand zum Pausentee. Nach der Halbzeit blieb das Spiel intensiv und hitzig, jedoch auf beiden Seiten größtenteils fair. In den Minuten 35 bis 39 agierte der TVE nach Zeitstrafen für Senff und Weiß dauerhaft in Unterzahl, Mittelmann Nembach konnte jedoch mit zwei Toren in Folge die Mannen von Trainer Hippeli mit 15:14 in Führung bringen. In Minute 40 ging Hof wieder mit 15:16 durch Kreisspieler Riedel in Führung. Es ging mit einem Kopf an Kopf Rennen in die Crunchtime – und in der rührte die Eberner Abwehr nun Beton an. Es schlug die Stunde von Torhüter Paul Schad und von Lukas Geuß. Während Schad das Tor nahezu vernagelte und den Hofern Wurf um Wurf wegnahm, zeigte Geuß mal wieder, wieso er der beste Manndecker in der Eberner Mannschaft ist. Er nahm Fischer offensiv weg und störte so empfindlich den Rhythmus der Hofer. Ein 3:0-Lauf brachte den TVE das erste Mal im Spiel mit zwei Toren in Front. Hof ließ sich jedoch nicht abschütteln. In der 57. Minute war es dann Elmar Geuß, der auf 24:21 stellte und die Halle zum Beben brachte. Die Meisterschaft war zum Greifen nah. In Minute 59 kassierte L. Geuß dann eine Zeitstrafe. Direkt im Anschluss verlor Ebern im Angriff den Ball und Senff holte sich auch noch in der Rückwärtsbewegung die 3. Zeitstrafe des Tages und die damit verbundene Rote Karte ab. Somit agierte Ebern in der letzen Minute in doppelter Unterzahl. Den fälligen 7-Meter verwandelte Fischer zum 25:24 und lies in den Hofern noch einmal die Hoffnung auf ein Comeback keimen. Diesen Keim erstickte Weiß jedoch vor der ausgelassen feiernden Menge mit zwei Treffern innerhalb von 18 Sekunden und sicherte Ebern somit den Sieg, die Meisterschaft und 2192 Tage nach dem letzten Spiel die damit verbunden Rückkehr in die Bezirksoberliga.

Für Ebern spielten: Weiß 12, Nembach 7, E. Geuß 4, E. Holst, Mattern, N. Senff, Aumüller, L.Geuß, W. Geuß, P. Holst, Klehr, Müller, Poli, J. Senff; Ospel, Schad